Die Kunst und ich – warum wir Kunst mögen

Die nackte Wand – sie lechzt geradezu danach, bestückt zu werden. Kein Wunder also, dass wir häufig geneigt sind, Bilder an die Wand zu hängen, um dieser Leere etwas entgegenzusetzen. In der Regel entscheiden wir uns für Bilder und Objekte, die uns schlichtweg gefallen, die zu uns passen und die uns ansprechen – sowohl unsere Sinne als auch unsere Gefühle, ebenso wie unseren Verstand. Dekoration sagen die einen, Kunst die anderen – eine solche Unterscheidung bewegt sich indes häufig auf einem schmalen Grad, obwohl sich die beiden Begriffe gegenseitig keineswegs ausschließen.

››Kunstwerke erzählen Geschichten‹‹
Kunst war zu allen Zeiten und ist auch heute noch ein dekoratives, schmückendes Beiwerk. Es bringt nicht nur Farben und Strukturen in die Räume, sondern füllt diese überdies mit Leben. Denn Kunstwerke erzählen Geschichten sowohl der Künstler als auch der Besitzer. Was uns die Bilder geben und was wir von den Bildern erfahren, hängt allein davon ab, auf welche Weise wir sie betrachten und wie wir mit ihnen umgehen.

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Alexander Sigov: Danae und der Goldregen –>Details

››Die Freude am Schönen‹‹
Kunstwerke erfüllen zweifelsohne ganz bestimmte Funktionen, die – so war es zu allen Zeiten – vielfältiger Natur sein können. Wir erfreuen uns, wenn wir Werke sehen, die unserem Sinn nach Ästhetik entsprechen. Es ist aber nicht nur die Freude am Schönen allein, die uns dazu bewegt, in Kunst zu investieren und uns mit Kunst zu umgeben. Nein – denn Kunst ist vielschichtig und tiefsinnig.

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Audrey Hagemann: Mohnwiese –> Details

››Zeige mir deine Kunst und ich sage dir, wer Du bist‹‹
Die Kunst, die wir besitzen, spiegelt wider, was wir in unserem Leben – sei es im Alltag oder außerhalb des normalen Lebens – leidenschaftlich verfolgen. Das Interesse am menschlichen Wesen, die Faszination des Weiblichen in Gestalt weiblicher Akte, die Liebe zum Rennsport, die Sehnsucht nach fremden oder vergangenen Kulturen oder die Erinnerung an persönliche Ereignisse – wir suchen in der Kunst, die wir besitzen möchten, diejenigen Themen, die in unseren Gedanken verankert sind. Wir offenbaren unsere Liebe und unsere Neigung. Und mehr noch: Unsere Kunstwerke dienen uns dazu, nach außen hin ein Statement abzuliefern und unserer Umwelt gegenüber gewisse Standpunkte zu vertreten.

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Markus Haub: Martini Porsche –>Details

››Kunstwerke vermitteln eine Botschaft‹‹
Ob politisch oder unpolitisch, ob gesellschaftskritisch oder absichtlich banal, ob gegenständlich oder abstrakt, ob vielfarbig oder monochrom, ob expressiv oder surreal – die Kunstwerke, für deren Kauf wir uns entscheiden, beherbergen eine Botschaft des Künstlers, mit der wir uns identifizieren und die wir nur allzu gerne teilen – wie eine Art Weltanschauung, von der wir möchten, dass auch andere an ihr teilhaben.

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Werner Kimmerle: Traum auf See –> Details

››Kunst widersetzt sich der Zeit‹‹
Und da sich Kunst der Zeit widersetzt und Kunstwerke Jahrhunderte überdauern und nicht selten über Generationen weitergegeben werden, ist mit ihnen ein Stück Ewigkeit verbunden und durch sie die immerwährende Präsenz der in den Werken verborgenen Botschaften.